Die Restaurantszene in Tokio ist geprägt von erschwinglichen Optionen, insbesondere im Vergleich zu anderen internationalen Metropolen. Diese bieten nicht nur traditionelle japanische Gerichte, sondern auch internationale Fusions-Küche. Die Stadt ist bekannt für ihre Izakayas, kleine Gaststätten, die eine lockere Atmosphäre und eine große Auswahl an Speisen und Getränken bieten.




Izakayas und
Ramen-Geschäfte
Izakayas sind gesellige Gaststätten, die eine breite Palette von Gerichten und Getränken anbieten. Dies sind ideale Orte, um die lokale Atmosphäre zu genießen und verschiedenste japanische Gerichte zu probieren. Hier steht die Geselligkeit im Vordergrund und man trifft sich, um nach der Arbeit oder am Wochenende eine gute Zeit zu verbringen. Die Auswahl reicht von Gegrilltem über Sashimi bis hin zu kleinen Vorspeisen.
Eine Besonderheit vieler Izakayas sind die All-you-can-drink-Angebote (jap. Nomihodai), bei denen Gäste eine festgelegte Zeit lang so viel trinken können, wie sie möchten. Dies fördert vor allem bei den japanischen Gästen eine entspannte Atmosphäre und ermutigt , sich auszutauschen. In Izakayas gibt es üblicherweise eine breite Palette an Getränken, von Bier, über Schnaps bis hin zu Sake.
Izakayas dienen oft als Treffpunkt für Geschäftsleute, die nach einem langen Arbeitstag eine informelle Umgebung suchen, um Geschäfte zu besprechen oder einfach abzuschalten. Izakayas sind somit nicht nur Orte die in der eigenen Freizeit aufgesucht werden, sondern auch wichtige soziale Knotenpunkte in der Geschäftswelt.
Ramen-Geschäfte sind in Tokio weit verbreitet und bieten eine Vielzahl von Nudelsuppen, die mit verschiedenen Brühen, Fleisch und Gemüse zubereitet werden. Die Kunst des Ramen-Kochens hat eine treue Anhängerschaft gewonnen, und die Geschäfte reichen von kleinen Straßenständen bis zu etablierten Restaurants, die sich ausschließlich auf dieses Gericht konzentrieren.
In Tokio gibt es verschiedene Ramen-Stile, darunter Shoyu (Sojasauce), Miso (Fermentierte Sojabohnenpaste), Shio (Salz) und Tonkotsu (Schweineknochenbrühe). Jeder Stil hat seinen eigenen einzigartigen Geschmack, und die Wahl des richtigen Geschäfts ist somit sehr subjektiv.
Running Sushi
Gerade in der westlichen Welt, verbinden viele den Gedanken an Japan mit Sushi essen. Dementsprechend werden einige überrascht sein, wie selten Japaner eigentlich selbst wirklich Sushi essen gehen. Sushi, vor allem Sashimi, ist oftmals eher ein Event und wird in sehr teuren und edlen japanischen Restaurants angeboten.
Gleichzeitig können Sushi-Liebhaber in Japan die einzigartige Erfahrung von Running Sushi machen, bei der verschiedene Sushi-Sorten auf einem Förderband vorbeigleiten. Dieses Konzept ermöglicht es den Gästen, ihre Lieblingssorten mit unendlichem Nachschub zu bestellen. Normalerweise bestellt man die gewünschten Gerichte via Tablet und wartet dass ein persönliches Förderband dieses an den Platz fährt.
Ein wie in westlichen Ländern oft übliches all-you-can-eat Running Sushi, gibt es in Japan hingegen eher selten, bis gar nicht.
Japanisches
Fast Food
Yoshinoya und Matsuya sind zwei der bekanntesten Fastfood-Ketten in Japan, die sich auf Reis-Schalen-Gerichte (Donburi) spezialisiert haben. Diese Restaurants sind nicht nur erschwinglich, sondern bieten auch eine schnelle Möglichkeit, traditionelle japanische Küche zu genießen. Donburi-Gerichte kombinieren oft Reis mit verschiedenen Toppings wie gebratenem Hühnchen, Rindfleisch oder Fisch. Im Vergleich zu unserer westlichen Vorstellung von Fast-Food, sind die dort angebotenen Gerichte deutlich gesünder.
Japanische Fastfood-Restaurants wie Yoshinoya und Matsuya spielen eine entscheidende Rolle in den Essgewohnheiten der Japaner. Diese Ketten bieten schnelle, erschwingliche Mahlzeiten, die den Zeitdruck des modernen Lebens berücksichtigen. Die Bestellprozesse sind effizient und unkompliziert, um den Bedürfnissen derjenigen gerecht zu werden, die unterwegs sind.
Der Bestellprozess in japanischen Fastfood-Restaurants ist darauf ausgerichtet, effizient und zeitsparend zu sein. Kunden betreten das Restaurant und wählen oft ihre Mahlzeit an einem Automaten aus, indem sie Münzen oder Banknoten einwerfen. Nach der Bestellung erhalten sie einen Coupon, den sie dem Kochpersonal am Tresen vorlegen. Dieser effiziente Prozess ermöglicht es den Gästen, schnell zu bestellen und ihre Mahlzeiten ohne lange Wartezeiten zu erhalten.
Andere Fast-Food-Optionen in Tokio sind ebenfalls:
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Sukiya: Bekannt für seine Gyudon-Varianten, bietet Sukiya auch Miso-Suppen und andere japanische Klassiker.
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MOS Burger: Eine lokale Fastfood-Kette, die auf Burger spezialisiert ist, wobei japanische Zutaten und Geschmacksrichtungen im Vordergrund stehen. (westlich orientiert)
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CoCo Ichibanya: Berühmt für seine Curry-Rice-Gerichte, erlaubt dieses Restaurant den Gästen, den Schärfegrad ihres Currys individuell anzupassen.
Convenience
Stores
Im Gegensatz zu einigen anderen Kulturen kochen viele Japaner selten zu Hause. Dies kann auf die geschäftige Lebensweise, lange Arbeitszeiten und den Mangel an Küchenausrüstung zurückgeführt werden. Stattdessen entscheiden sich die Menschen oft dafür, auswärts zu essen, sei es in Restaurants, Izakayas oder Schnellrestaurants.
Oftmals entscheiden sich Japaner aber auch für die schnelle Alternative in einem der vielen tausenden Convenience Stores (jap. Konbini). Convenience Stores, wie 7-Eleven und Lawson, sind ein fester Bestandteil des täglichen Lebens in Japan. Hier finden die Menschen nicht nur Snacks und Getränke, sondern auch eine erstaunliche Auswahl an frisch zubereiteten Mahlzeiten, von Onigiri (Reisbällchen) bis zu Sandwiches. Diese Geschäfte bieten eine bequeme Alternative zum Kochen zu Hause.
Auch als Tourist bieten Konbinis eine tolle Möglichkeit, sich während einer längeren Sightseeing-Tour in Tokio mit dem Nötigsten zu versorgen. Somit bleibt mehr Zeit für die geplanten Aktivitäten.
Der Mangel an
internationaler
Küche in Tokio
Japan hat im Vergleich zu einigen westlichen Ländern wenig Migration erfahren, was zu einer begrenzten Vielfalt an authentischen internationalen Gerichten führt. Während in Tokio ein paar ausländische Küchen vertreten sind, ist die Auswahl im Vergleich zu anderen Weltmetropolen begrenzt.
Unter den wenigen internationalen Küchen, die in Tokio authentisch vertreten sind, ragt indisches Essen heraus. Die indische Gemeinschaft in Tokio hat eine florierende kulinarische Szene geschaffen. Von leckeren Currys bis zu Tandoori-Spezialitäten bieten indische Restaurants in Tokio eine authentische Erfahrung.
Um den Wunsch nach internationaler Vielfalt zu erfüllen, neigen viele Restaurants in Tokio dazu, internationale Küche an den japanischen Geschmack anzupassen. Dies führt zu einer Fusion von Aromen und Stilen, die oft nicht die Authentizität der Originalgerichte widerspiegeln. Sogenannte "Japanisierung" von internationalen Speisen verändert meistens den eigentlichen Geschmack der Gerichte.
Wenn Du also gut und günstig essen möchtest, empfehle ich, mit Ausnahme von indischem Essen, die Finger von Restaurants mit internationalem Essen zu lassen. Wirklich authentisches internationales Essen ist in Tokio wirklich sehr teuer.
Tokios Foodhalls
Die großen Einkaufszentren in Japan beherbergen oft beeindruckende Foodhalls, in denen eine breite Palette von japanischen Restaurants angeboten wird. Diese Foodhalls sind oft auch Plattformen, auf denen die Tokioter die neuesten kulinarischen Trends entdecken.
Hier eine Auswahl an lohnenden Foodhalls:
1. Tokyo Midtown Hibiya - 'The Gourmet Zone': Tokyo Midtown Hibiya, eine der neuesten Shopping-Malls in Tokio, beherbergt 'The Gourmet Zone', ist eine spektakuläre Foodhall. Hier gibt es Sushi, Ramen, Wagashi (traditionelle japanische Süßigkeiten) und vieles mehr - 'The Gourmet Zone' bietet eine beeindruckende Auswahl.
2. Roppongi Hills - 'Hillside': Die Foodhall 'Hillside' in Roppongi Hills ist ein weiteres Beispiel für Tokios kulinarische Exzellenz. Hier können Besucher nicht nur frische lokale Produkte kaufen, sondern auch eine Vielzahl von Gerichten aus verschiedenen Regionen Japans probieren. Von Tempura und Okonomiyaki bis hin zu Wagyu-Burgern bietet 'Hillside' eine Fülle von wirklich hochwertigen Restaurants.
4. Shibuya Sky Tower - 'SHIBUYA SKY': Die Foodhall 'SHIBUYA SKY' beim Shibuya Scramble Square gelegen ist sehr modern und für Feinschmecker ausgelegt. Von sehr gutem Sushi bis zu trendigen Streetfood-Spezialitäten bietet 'SHIBUYA SKY' eine solide Mischung, die die Diversität der Tokioter Esskultur repräsentiert.
Vegetarische
und vegane
Alternativen
In einem Land, dessen Küche stark von Fisch, Fleisch und Reis geprägt ist, mag es für Vegetarier und Veganer eine Herausforderung sein, geeignete Speisen zu finden. Japanische Gerichte verwenden oft Dashi (Fischbrühe) als Grundlage, was die Auswahl für Vegetarier einschränket.
Die geringe Migrations-Quote in Japan und auch der vergleichsweise geringe Tourismus sind die Hauptgründe für die wenigen vegetarischen und veganen Gerichte.
Aufgrund Corona und der ausbleibenden Touristen, sind die meisten vegetarischen und veganen Restaurants in Tokio verschwunden, da sich die lokale Bevölkerung für solches Essen nicht interessiert, oftmals nicht einmal die Begrifflichkeiten kennt.
Zwei der noch bestehenden Restaurants sind:
1. T's Tantan: Für Liebhaber von Nudelgerichten bietet T's Tantan am Bahnhof Tokyo eine herausragende Auswahl an veganen Ramen. Die Brühe, die oft das Herzstück eines guten Ramens ist, wird auf pflanzlicher Basis zubereitet, was die Gerichte nicht nur authentisch bleiben lässt, sondern auch zu einer echten Freude für vegane Feinschmecker macht.
2. Falafel Brothers: Für Liebhaber der mediterranen Küche ist Falafel Brothers eine hervorragende Anlaufstelle. Hier bekommt man Falafel-Sandwiches und Salate. Das Restaurant verbindet die Küche des Nahen Ostens mit einer vegetarischen Ausrichtung und bietet somit eine willkommene Abwechslung in Tokios kulinarischem Angebot.